son (türk.) – ბოლოს (georg.) – پایان (pers.) – अन्त (nepali) – ท้ายที่สุด (thai) – ចុងបញ្ចប់ (khmer) – end (engl.) – sogota (fijian „schließen“) – final (span.) – siki (quechua) – ?? (aymara) – Ende 

​Gestern – 9.55Uhr – Frankfurter Flughafen. Der Flieger aus Madrid landet – und ich sitze drin. Irgendwie surreal, auch weil sich alles noch so normal anfühlt. Dass man wirklich ein Jahr weg war, merkt man an Begriffen wie „Flüchtlingskrise“ – die sind für mich einfach nur ein Wort. Nur an der Deutschen Bahn hat sich nichts geändert – 15min Verspätung…

Aber daheim fühlt sich auf jeden Fall gut an.

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Schlusspfiff & Spielanalyse

Die 90 Minuten …ähm…ein Jahr ist vorbei. Nachspielzeit gibt es keine :). Naja, wenn man es ganz genau nimmt, dann hat der Schiedsrichter sogar ein wenig zu früh abgepfiffen – es waren „nur“ 11 Monate und zwei Wochen. Im TV würde Mehmet Scholl jetzt in Gefahr laufen irgendeinen „Gehirnschluckauf“ von sich geben. Ich versuche mich da lieber gleich an eine gepflegten Spielanalyse – wieder mit ein paar unnötigen Statistiken.

Gesundheit

Alles bestens! Oder um es anders auszudrücken: nada – nothing – absolut nichts! Keine Erkältung, keine Probleme mit dem Magen. Und das, obwohl Bolivien einen sehr guten Ruf bezüglich Lebensmittelvergiftungen hat :). Mein Körper scheint sich an das Dauerreisen gewöhnt zu haben.

Gewicht

Keine Ahnung 🙂 – sicherlich immer noch zu wenig. Ich habe mich die letzten Monaten nicht mehr auf die Waage gestellt. Mein Startgewicht ist sowieso unerreichbar ohne regelmäßigen Sport. Aber ich habe mir speziell die letzten Wochen SEHR viel Mühe gegeben um wieder 1-2kg zuzulegen.

Reise-Highlight

Immer noch (das Trekking in) Nepal! Nur ganz knapp dahinter hat sich aber Peru auf Position 2 geschoben. Ein tolles (und sehr abwechslungsreiches) Land mit gutem Essen. Aber eigentlich war Südamerika generell eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder ein klein wenig geärgert, dass ich den Kontinent auf meinen bisherigen Reisen aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen ausgespart habe.

„Bestes“ Essen

In der zweiten Halbzeit hat es mir speziell die peruanische Küche angetan, auf dem letzten Platz landet Kuba. Die Mahlzeit, die mir noch am besten in Erinnerung geblieben ist, war Magdas und mein erstes Mittagsessen in Lima. Wir haben das Essen mit Händen und Füßen an einem Straßenstand bestellt und dann hat Magda nach drei Jahren Vegetarierdasein ohne mit der Wimper zu zucken das Fleisch vom Knochen genagt. Respekt.

Flüge

Am Ende werden es 33 Flüge sein. Die 14-sitzige Propellermaschine in die Everest-Region in Nepal ist nach wie vor nicht zu toppen. Vielmehr hat sich das Fliegen zwischenzeitlich zur Routine entwickelt, wobei ich nicht weiß, ob ich das gut finden soll. Ich beineide aber auf gar keinen Fall Außendienstler oder Berufspendler, welche (mehrmals) wöchentlich das Vergnügen haben.

Reisegepäck Tops

Mein Tablet und seine Wiedergeburt. Nach fünf Monaten hat das Wlan von einem Tag auf den anderen plötzlich wieder funktioniert! Das hat mir die gesamte Arbeit rund um den Blog (schreiben, Bilder bearbeiten und hochladen, usw.) wieder um einiges erleichtert.

Reisegepäck Flops

Der Flop der ersten Hälfte (meine Reisehängematte) weilt schon seit ein paar Monaten wieder in Deutschland und auch mein sonstiges Reisegepäck habe ich optimiert … um mir dann in Melbourne einen 10 Quadratmeter großen Kite zu kaufen, der NUR vier Kilogramm wiegt. Aber viel schlimmer als das Gewicht ist das Volumen :). Aber der Kite hat sich zwischenzeitlich mehr als gelohnt. Daher gewinnt dieses Mal (zum Glück) ein kleines, unauffälliges Utensil die Goldmedaille in dieser Rubrik: ein dünnes, 1,5m-langes Stahlseil zum Anschließen des Rucksacks. Immerhin einmal wollte ich es benutzen, aber da war die Öse so klein, dass es nicht durchgepasst hat. Weggekommen ist in dem Jahr trotzdem nichts. Und wo wir gerade dabei sind: Überfallen, entführt o.ä. wurde ich auch nicht :)!

Größter Frust

And the winner is … *Trommelwirbel* … mein Körper 🙂 bzw. dessen Anfälligkeit zur motion sickness. Lesen im Bus: Fehlanzeige. Busfahrten mit schlechten Busfahrer: eher nicht so cool. Bootsfahrten ab mittlerem Seegang: sehr uncool. Übrigens perfekt für Südamerika :). Hauptverkehrsmittel: der (Nacht)Bus – meistens 8Std+. Die Anden: ein Paradies für Kurvenliebhaber und schlechte Straßen. Schlechte Busfahrer: gibt es – leider mehr als weniger. Dazu sind dann selbst die Schlafsitze meistens noch zu kurz für mich. Ich hatte meinen Spaß. Zum Glück haben sich die ruppigen Bootsfahrten in Grenzen gehalten…

Fotos

Rund 6100 Bilder habe ich gemacht – das sind ca. 17,4 Stück am Tag. Auch in den letzten Monaten habe ich regelmäßig und fleißig gelöscht, sodass es abschließend noch gute 3000 Bilder sind.

Bücher

Letztendlich habe ich 50 Bücher gelesen, das sind durchschnittlich 1,02 Bücher pro Woche. Ken Follett hat leider mit seiner Jahrhundert Saga meinen Halbjahresschnitt (1,12) etwas gedrückt. Die drei Schmöker haben alle um die 1000 Seiten und phasenweise musste ich ganz schön kämpfen..

Worauf ich mich freue?

Magda!! – deutsches (Vollkorn)Brot und eine Laugenbrezel mit Butter – mein Mountainbike bzw. generell die Möglichkeit wieder mehr Sport zu treiben – das eigene Bett – angeschriebene Preise beim Einkaufen – die Sommerferien 😉 …

Bis auf Erstgenannte nur Kleinigkeiten :)!

Was ich vermissen werde?

Auf jeden Fall den Sprachemix, welchen solch eine Reise durch verschiedene Länder und Regionen mit sich bringt. Englisch eigentlich immer und überall. Gelegentlich ein paar Brocken Französisch. Und die letzten Monate Spanisch – mühsam ernährt sich das Eichhörnchen von ein paar wenigen Worten über un pocito (ein kleines Bisschen) zu un poco (ein Bisschen). Rückblickend ist es beinahe schade, dass ich zu Beginn nicht einen Spanischkurs gemacht habe, weil ich wirklich Gefallen an der Sprache gefunden habe. Aber zu diesem Zeitpunkt war mir meine Zeit zu schade und dann war es irgendwann zu spät. Doppelt schade, dass es die Schule bei mir nicht früher geschafft hat mehr Freude am Lernen und Sprechen von Fremdsprachen zu wecken. Aber diese Erkenntnis ist nicht neu.

Sicherlich wird mir auch die „Einfachheit“ des Lebens auf Reisen gelegentlich fehlen. Wenn man nur drei Hosen hat, wovon eine meist in der Wäsche ist, dann muss man sich keine großen Gedanken darüber machen was man anzieht. Wobei speziell die Größe des Rucksacks als Restriktion gegen unnötigen Konsum seinen Charme hat. Der Streß bzw. die Komplexität den billigsten Multi-Stop-Flug für eine Strecke zu finden ist auch deutlich weniger einnehmender als der Alltag eines Klassenlehrers. The gras is always greener on the other side – irgendwann fehlt einem dann wahrscheinlich die Herausforderung, wobei mir das bisher noch nicht untergekommen ist :). Mir hat es auf jeden Fall unglaublich gut getan ein Jahr lang einfach nur so in den Tag hineinzuleben.

Der Blog

Ich habe in regelmäßen Abständen einen kleinen Schreck (im positiven Sinn) bekommen, nämlich immer dann, wenn mir mal wieder bewusst geworden ist wieviele Freunde, Bekannte, Verwandte, Kollegen und Interessierte eigentlich gelegentlich auf meinem Blog vorbeischauen und was für eine „öffentliche Person“ ich dadurch geworden bin. Dabei darf man sich nicht von der Blogstatistik in die Irre leiten lassen: Letztendlich waren es 2268 Besucher (IP-Adressen pro Tag). Der beliebteste Tag um im Blog zu schmökern war Freitag mit 21%  und die beliebteste Uhrzeit 14Uhr mit 9% der Aufrufe. Vielen Dank an dieser Stelle auch für die viele Rückmeldungen und Kommentare. Diese haben mir über so manches Schreibmotivationstief hinweggeholfen. Den offiziellen Titel der Kommentarkönigin erhält Mimi Bar mit 26 Kommentaren. Die heimliche Schattenkönigin ist aber Maxie, von der ich in regelmäßen Abständen ausführliche Emails erhalten habe, egal wo sie gerade auf der Welt war (Japan, Kambodscha, Dänemark, Busenbach…). Wenn ich ehrlich bin, dann werde ich den Blog beinahe ein wenig vermissen. Aber keine Angst, ich gehe deshalb sicherlich nicht unter die Modeblogger o.ä. ;).

Schlussendlich geht es noch ans Eingemachte: Was hat der Spaß nun gekostet?

Ich hoffe ich kann hier vorgreifen, weil ich diese Frage speziell in den letzten Wochen häufiger gehört habe. Ich bin mit knapp 2000€ im Monat gut ausgekommen (all inclusive – Impfungen, Visas, Flüge, Essen, Schlafen und Luxus). Klingt auf den ersten Blick vielleicht eher viel. Wenn man aber bedenkt, dass man in Deutschland ja auch laufende Kosten hätte und diese durch Untervermietung oder eine Auslandskrankenversicherung während einer solchen Reise deutlich minimieren kann (in meinem Fall ca. 600€ pro Monat), dann ist es plötzlich gar nicht mehr soviel Geld. Essen und trinken müsste man in Deutschland ja übrigens auch. Und der Luxus von 25 Tauchgängen, die Anschaffung eines Kites und das generell nicht ganz günstigen Kitesurfen muss ja nicht sein…

Wer das Ganze noch günstiger haben will, der reist am besten das volle Jahr zu zweit oder übernachtet nur im Dorm (Mehrbettzimmer). Auch die Reduktion der Reise auf Asien und Südamerika bzw. das Auslassen von Neuseeland, Australien und Galapagos schont die Reisekasse. Aber wer will denn schon die ganze Zeit sparen :)!!

Die Spieler sind schon auf dem Weg in die Kabine. Wer auf ein baldiges „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ hofft, den muss ich enttäuschen. Aber einen kurzen Blogeintrag wird es noch geben…

Ups, jetzt hätte ich beinahe vergessen noch ein paar Worte zu meiner letzten Woche zu schreiben. Ich war nochmal in Mancore (s. Peru3): Strand, frischen Fisch und seafood, kaltes Bier/Radler – einfach nur die Seele baumeln lassen :). Die Kamera hatte ich dabei nicht ein einziges Mal in der Hand, daher gibt es auch keine Bilder.

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Ecuador – Galapagos

Mein Jahr neigt sich langsam dem Ende zu – der Rückflug ist auf Ende Juli terminiert. Nichtsdestotrotz man muss den Spannungsbogen bis zum Ende weiter hochhalten, sonst könnte einem ja noch langweilig werden. Und für dem Spannungsbogen waren die Galapagos Inseln definitiv keine falsche Entscheidung. Meine Reisekasse ist da etwas anderer Meinung, aber die muss ja nicht mehr lange durchhalten ;).

Wer sich auf den Galapagos Inseln endlose, weiße Sandstrände erhofft, der wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Klar, es gibt ein paar schöne Strände, aber den überwiegenden Teil der Inseln kann man eher als karg bezeichnen. Es dominieren magmatische Gesteinsbrocken, Kakteen und kleinere Büsche. Aber so ist das halt häufig auf Inseln mit vulkanischem Ursprung. Und selbst wenn man mal an einem Strand ist: Das mit dem Baden überlegt man sich zweimal bei 18-20° C Wassertemperatur (Schlagwort: Humboldtstrom). Wenigstens minimiert man dadurch auch die Gefahr sich beim Schnorcheln einen Sonnenbrand zu holen, da man ohne Neopren meist recht schnell wieder aus dem Wasser raus ist.

Vielmehr sind die Tiere die uneingeschränkten Stars der Inseln – muss man sich Galapagos wie ein riesiges Freigegehe eines Zoos vorstellen. Auf San Cristobal haben die Seelöwen jeden freien Meter Strand in Beschlag genommen, meistens lümmeln diese auch noch auf jeder freien Bank in Meeresnähe herum. Und am Pier stehen ganz relaxed die Blaufußtölpel. Bei deren hellblauen Füßen frage ich mich jedes Mal, ob die Tölpel eigentlich Fußballfans sind und sich die grellbunten „Schuhe“ bei den Fußballern abgeschaut haben oder, ob die Fußballer Tölpelfans sind ;). Auf Santa Cruz habe ich während einer zweistündigen Wanderung in einem Schutzreservat mindestens 100 (!!) der in Galapagos einzigartigen Riesenlandschildkröten gesehen – die liegen dort einfach ÜBERALL herum. Ein Drittel der Schildkröten waren richtig große Brocken (Panzerlänge deutlich über einem Meter)! Diese Tiere sind anfangs recht imposant werden dann aber auch schnell langweilig. Schildkröten sind mir in (beinahe) allem was sie tun einfach zu langsam :). Zum Schmunzeln gab es trotzdem etwas und das hatte ich den vielen reifen Guaven zu verdanken, die überall auf dem Boden herumlagen. Die Schildkröten sind nämlich kleine Schleckermäulchen, als Andenken tragen sie dann aber die rosanen Guavenreste ums Maul mit sich herum. Auf Isabela gab es dann noch die seltenen Galapagospinguine zu sehen. Die sind definitv schneller als die Schildkröten, dafür meistens auch zu schnell für die Kamera.

Eine weitere galapagostypische Spezies, die marine iguanas (dt. Meerechsen), findet man auf allen Inseln. Hauptsache die Sonne scheint und sie können können eine Schläfchen auf einem warmen Stein machen. Und auch die Darwinfinken muss man nicht suchen. Kaum sitzt man mit etwas Essbarem auf einer Bank, ist man schon bald von diesen (beinahe penetranten) Vögeln umlagert. Und ja: Man kann die evolutionären Unterschiede in der Schnabelform problemlos erkennen.

Die Unterwasserwelt kann sich ebenfalls sehen lassen. Eigentlich habe ich beim Schnorchel jedes Mal ein paar Meeresschildkröten gesehen und meistens rast auch nach kürzester Zeit ein Seelöwe um einen herum. Ein etwas übermotiviertes Jungtier hat mir dabei auch einmal in den Fuß gezwickt, aber der Jugend sei so ein kleines „Missgeschick“ verziehen. Dazu gibt gibt es dann immer auch noch ein paar Fische. Hervorzuheben sind hier die eaglerays (dt. Adlerrochen) in verschiedenen Größen. Sehr elegante Tiere! Nur beim Tauchen hatte ich ein wenig Pech. Während vier Tauchgängen habe ich nicht einen Hammerhai und auch keinen einzigen Mantaray gesehen, obwohl die auf Galapagos anscheinend häufig anzutreffen sind. Einziges kleines Hailight war eine Galapagoshai (2,5m+), sonst gab es nur das Übliche.

An meinen Erzählungen sollte deutlich geworden sein, dass auch dem ambitioniertesten Landschaftsfotografen auf Galapagos nichts anderes übrig bleibt als sich an der Tierfotografie zu versuchen. Aber 86% Tierfotos stellen dabei auch für mich ein Novum dar :). Und ohne Zoomlinse bleibt einem nichts anderes übrig, als den Tieren auf die Pelle zu rücken – sofern sie es denn zulassen. Die Riesenschildkröten fauchen dabei zum Glück nur böse und ziehen überraschend schnell den Kopf ein. Die marine iguanas beißen auch nicht, die spucken nur und flüchten letztendlich ins Wasser. Die Piguine sind im Wasser sowieso zu schnell für die Kamera. Nur bei den Seelöwen bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wie diese reagieren, wenn sie mal genervt sind…

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Peru 4 – Back again!

​In den letzten zwei Wochen haben wir unsere kleine Südamerika-Schleife beendet und sind nach Chile und Bolivien wieder in Peru angekommen. Déjà-vu. Auf der peruanischen Seite des Titicacasees standen dabei auf dem Rückweg noch die schwimmenden Inseln nahe Puno auf dem Progamm. Die meiste Zeit haben wir aber letztendlich in Cusco, mit einem Abstecher nach Machu Picchu, verbracht. Ein kleines Highlight war dabei das Finale der Copa America Argentinien gegen Chile in einer Bar mit überwiegend Argentinienfans. Und wer hat gewonnen? Chile 🙂 ! Auch zwei Deutschlandspiele haben wir uns in Cusco im Irish Pub angeschaut. Aber man kämpft ganz schön mit seinem Bier, wenn das Spiel um 11Uhr beginnt – vielen Dank an die Zeitverschiebung. Einen Kaffee zum Fußball geht ja aber auch nicht…

Und Machu Picchu? Peru ohne Machu Picchu ist wie Ägypten ohne die Pyramiden – immerhin gehört Machu Picchu zu den „neuen sieben Weltwundern“. Allgegenwärtig auf zahllosen Plakaten ist man recht schnell ein wenig Machu-Picchu-übersättigt und auf der anderen Seite will man Peru auch nicht verlassen ohne die Inkastadt in den Anden gesehen zu haben. Magda hat das ganze Spektakel immer recht treffend Machu-Picchu-Land genannt: Mit dem Zug (angeblich einem der teuersten Züge der Welt) und Bussen werden die Touris an und auf den Berg gekarrt. Man fühlt sich manchmal wirklich wie im Disneyl… ähmm … Machu-Picchu-Land. Die Individuelleren laufen die letzten 8km an der Bahnstrecke entlang und erklimmen den Berg dann über steile Stufen selbst (Es darf geraten werden zu welcher Gruppe wir wohl gehört haben?). Oben treffen sich dann alle wieder und es wird teilweise recht voll. Überraschenderweise findet man aber doch immer wieder seine ruhigen Plätzchen. Und lohnt es sich? Ja 🙂 . Nur die jeweils sechs Stunden Hin- und Rückfahrt waren wirklich ätzend. Aber man kann ja den (teuren) Zug nehmen … 😉

Nachdem Magda dann leider wieder im Flieger Richtung Deutschland saß, war ich noch ein letztes Mal beim Trekking – rund um den heiligen Berg Ausangate. Dieses Mal NUR vier Tage. Ein Packpferd, aber keine Esel – nur ein Cocinero (Guide, Koch und Pferdeführer in Personalunion, obwohl das Wort eigentlich nur Koch bedeutet) und ich. Wieder sehr hoch (4000m+) und daher auch recht kühl. Diesmal aber noch viel kälter, weil mein Schlafsack definitv keine Komfortzone bis -10°C hatte (trotz hoch und heiligem Versprechen). Ich kann micht nicht entsinnen jemals zuvor mit vier Kleiderschichten (+ Schlafsack + Fleeceinlay) geschlafen zu haben. Mit meiner Daunenjacke als fünfte Schicht war mir dann aber in der zweiten Nacht zu warm 🙂 . Und wieder viele, bunte Berge – die Anden haben da ihren ganz besonderen Charme. Am dritten Tag bei den heißen Quellen war dann mal abends mein Guide plötzlich verschwunden. Aber sowas bringt mich schon lange nicht mehr aus der Ruhe. Nach vier Stunden war er wieder da – angeblich ein Todesfall in der Familie?!? Dafür hat am letzten Tag dann plötzlich das Pferd gefehlt… 🙂

You get what you pay – und dieses Mal war es eben ein wenig günstiger 🙂 .

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Bolivien – We are so high!

Das high im Titel steht NATÜRLICH nicht im Zusammenhang mit Drogen, auch wenn wir beinahe täglich genüßlich unseren Cocatee getrunken haben und Bolivien immerhin das drittgrößte Anbauland für Cocasträucher ist. Natürlich nur für Produktion von Cocatee, wie El Presidente Evo Morales glaubhaft zu versichern weiß 😉 . Generell muss dieser Präsident ein ganz lustiges und äußerst glaubwürdiges Kerlchen sein. An einem Tag propagandiert er, dass der Verzehr von Coca-Cola und Hühnchen impotent und schwul machen würde (anscheinend mit der Intention der Fehlernährung in der Bevölkerung entgegen zu wirken) und ein paar Tage später läßt er sich mit einem großen Becher Coca-Cola ablichten während er genüsslich ein halbes Hähnchen verspeist. Geringfügig kontraproduktiv. Oder er kündigt eine (Straf)Steuer für alle kinderlosen Frauen über 18 Jahren an – da El Presidente festgestellt hat, dass Bolivien im Vergleich zu deutlich kleineren Ländern zu wenige Einwohner hat. Aufgrund von zahlreichen Streiks wurde das Ganze dann jedoch als Missverständnis deklariert inklusive einer Rede mit Lobeshymne auf die Frauen der Nation. Generell soll Bolivien anscheinend das Land mit den meisten Streiks sein.
Paradoxerweise haben auch verurteilte Bolivianer mehr Mitspracherecht, als man das aus dem bürokratischen Deutschland so kennt. In La Paz gibt es das ziemlich abgefahrene Gefängnis San Pedro, welches sich als „fortschrittliches“ Projekt selbstverwaltet und somit wie eine eigene Stadt ist. Die Wachen patrouillieren in San Pedro nur AUSSEN um das Gebäude herum, INNEN herrscht maximale Gestaltungsfreiheit. Das führt unter anderem dazu, dass es Immobilienmakler gibt die unterschiedlich teure Zellen (von 20$ bis 5000$) vermarkten. Oder, dass es unter den Inhaftierten Restaurantbesitzer mit Coca-Cola-Kooperationen gibt. Man kann sich auch denken, warum das Gefängnis den Ruf hat den feinsten „Schnee“ in ganz Südamerika zu produzieren. Und die Familien der Gefangenen dürfen natürlich auch mit in San Pedro leben! Das alles lernt man übrigens auf der Stadtführung in La Paz.
Zurück zur Höhe bzw. zum high sein: Es handelt sich viel mehr um eine geographisches high – wir haben in 10 Tagen Bolivien kein einziges Mal unter 3600m übernachtet. Für uns war das kein größeres Problem, da wir aus Chile schon akklimatisiert waren. Lediglich die nächtliche Kälte (und diese setzt direkt nach Sonnenuntergang ein) zermürbt auf Dauer. Dass die Höhe einem aber auch ordentlich zusetzen kann, durften wir gleich in der ersten Nacht bei unseren chilenischen Mitreisenden im Mehrbettzimmer auf 4000m miterleben. Die aus Santiago (nur einige hundert Meter über dem Meeresspiegel) stammenden Chilenen haben das mit der Akklimatisierung einfach mal übersprungen. Die Konzequenz: Bruno und Dani haben die komplette Nacht aus ihrer Sauerstoffflasche inhaliert – Darth Vader lässt grüßen – inklusive Kopfweh und Übelkeit. An viel Schlaf war da nicht zu denken. Aber ihrer Stimmung und der Selfie-Frequenz am nächsten Tag hat dies keinen Abbruch getan. Chapeau!
Genug der Anekdoten: Unser Bolivienaufenthalt bestand aus einer dreitägige Jeeptour durch das boliviansiche Hochland inklusive der Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt. Die restlichen Tage haben wir in Potosi, in La Paz und in Copacabana am Titicacasee verbracht. Nicht zu verwechseln mit der brasilianischen Copacabana, in Bolivien räkeln sich leider keine leichtbekleideten Latinas am Strand.
Was solls – eine Anekdote geht noch 🙂 : Travel broadens your mind und lässt manche unbedachte Entwicklungshilfe paradox erscheinen. Hat doch just während unseres Bolivienaufenthaltes die Bill Gates Foundation 100.000 Hühner an Bolivien gestiftet. Diese lehnten die Bolivianer jedoch empört ab, da sie ja selbst 197 Millionen Hühner jedes Jahr produzieren 😉 .
Abschließend: Diesen Blogeintrag haben wir zusammen geschrieben. Aufgrund unseres recht unterschiedlichen Schreibstils wurde das Ganze zu einem Test der Kompromissbereitschaft in unserer Beziehung 😉 . Es darf geraten werden, wer sich bei „leichtbekleideten Latinas“ durchsetzen konnte…

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Chile – Ein kurzer Abstecher…

Einen Tag nach dem letzten Blogeintrag, bei welchem ich mich wohl ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt habe, haben wir die Grenze nach Chile überschritten. Und plötzlich war es vorbei mit unserem „…mit dem Spanisch klappt es immer besser“. Die Chilenen sprechen viel schneller als die Peruaner und verschlucken dabei auch noch die Wortenden – wir haben erst mal GAR NICHTS mehr verstanden. Ziemlich frustierend. Nach ein paar Tagen gewöhnt man sich zwar daran, die ratlosen Momente verschwinden dadurch trotzdem nicht vollständig 😉 .

Wer sich Chile auf der Landkarte anschaut, der wird feststellen, dass das Land zum Reisen eher „undankbar“ ist: gute 3500km in der Nord-Süd-Ersteckung bei nur rund 250km Breite und dazu ist gerade auch noch in weiten Teilen des Landes Winter. Wir haben daher nur den Norden von Chile mit zwei Stopps gestreift: das verschlafene Bergdorf Putre mit dem Lauca Nationalpark und San Pedro de Atacama in der Atacamawüste, ihres Zeichens die trockenste Wüste der Welt. Wüste hin oder her, die Region bietet trotzdem sehr viel – eine einzigartige Landschaft, Geysire, die größte Kupfermine der Welt…
Apropos Geysire: Die Geysirtour startet morgens um 4.30Uhr, da man bei Sonnenaufgang und in der Morgenkälte die Dampfwolken der Geysire am bestens sieht. Dafür wird man auf 4200m zum Geysirfeld gefahren, wo es dann auch wirklich arschkalt ist – knackige -11°C !! Einziger Trost war die Aussage unseres Guides, dass sein Rekord bei -26°C liegt.

Für die letzten beiden Bilder habe ich ein wenig mit den Effekten meiner Kamera herumgespielt – der Effekt nennt sich dramatische Farben 🙂 . Ist aber sicherlich Geschmackssache.

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Peru 3 – Kitesurfen & Schlemmen

Nach dem Nomadenleben beim Trekking in den Anden sind wir sesshaft geworden und haben uns für zwei Wochen in Mancora, ganz im Norden von Peru, zum Kitesurfen niedergelassen. Im Vergleich zu den Bergen ein krasser Kontrast: Meeresniveau statt Hochgebirge, wüstenähnliche Landschaft (was übrigens auf die gesamte perunanische Küste zutrifft – Schlagwort: Küstenwüste) und viel frischem Fisch. Unser Alltag bestand aus dem bangen Blick auf die Windvorhersage, adrenalingeladenen Stunden beim Kiten, dem Besuch des lokalen Marktes und dem Verkosten örtlicher Spezialitäten. Die peruanische Küche sagt uns weiterhin sehr zu und bereichert unseren Reisealltag um weitere Genussmomente.

Bei Früchten gehen wir dabei nach dem Prinzip „Kenne ich nicht – muss probiert werden!“ vor. Oder wer von euch könnte die folgenden fünf Früchte namentlich benennen? Zu gewinnen gibt es einen Baby-Alpaka Schlüsselanhänger. Als Sechserbremse sind auch zwei etwas einfachere Früchte dabei 🙂 .

Seit ein paar Tagen sind wir aber wieder auf Achse – im Süden von Peru auf dem sogenannten Gringo-Trail. Hier folgen viele Nicht-Latinos (aka Touristen) den Hauptsehenswürdigkeiten: Sandbuggy fahren und Sandboarding (auch wenn es eher Holzbrettrutschen war) in den Dünen von Huacachina, die obligatorische Free walking Tour in Arequipa und eine zweitages Wanderung im Colca-Canyon mit Andenkondor und Alpakas…

Auch das mit dem Spanisch klappt immer besser, wobei Magda mit ihren Portugiesischkenntnissen (und dem größeren Durchhaltevermögen beim Spanisch Lernen mit der Duolingo-App) definitiv unsere Geheimwaffe ist. Lustige Situationen entstehen trotzdem immer wieder.
Speziell die Speisekarten im Restaurant haben es dabei in sich. Reis, Pasta und verschiedene Gemüsesorten sind ja nicht schwer, aber beim Fleisch wird es teilweise kompliziert. Cabrito bedeutet laut Google-Translator zum Beispiel Kind. Auch wenn in Peru Meerschweinchen als Delikatesse gelten, Kinder werden nicht gegessen. Nachforschungen haben dann ergeben, dass cabrito auch Zicklein bedeuten kann. Laut dem PONS online Wörterbuch aber übrigens auch Arschloch… 😉 . Magda geht in solchen Fällen dann häufig systematisch nach dem Ausschlussverfahren vor: „Es pescado o carne?“ (Ist es Fisch oder Fleisch?), im Falle von Fleisch folgt dann „Cúal animal es?“ (Welches Tier ist es?). Damit kommt man ganz gut zum Ziel. Vor kurzem hat uns dann doch mal wieder einer Bedienung ratlos angeschaut – wahrscheinlich, weil sie uns nicht zugetraut hat, dass wir die Tiernamen auf Spanisch kennen. Dann hat sie mit einer Erklärung angefangen (natürlich auf Spanisch): Es ist ein Tier, ungefähr so groß (Hand auf Hüfthöhe). Es hat vier Beine…. letztendlich war es Schwein 🙂 .
Aber man bekommt auch mal Komplimente. Bevor wir Fisch oder Meerestiere auf dem Markt gekauft haben, haben wir uns immer bei der Hotelbesitzerin über die richtigen Preise informiert. Mit diesen Preisen bin ich dann auch in die Preisverhandlung gegangen, worauf hin die Verkäuferin mich etwas, für mich Unverständliches, gefragt hat. Daraufhin habe ich meinen Standardsatz ausgepackt: „Solo hablo un poquito espanol“ (Ich spreche nur ein kleines bisschen Spanisch). Die Verkäuferin hat mich dann nur angegrinst und in einem Spanisch-Englisch-Mix gesagt: „You are intelligente. You no speak espanol, but you know the money“. Eine deutsche Verkäuferin hätte wahrscheinlich gesagt: „Pfiffiges Kerlchen – sprichst kaum ein Wort Deutsch, aber die Zahlen zum Verhandeln kannst du“. Man muss eben Prioritäten setzen 🙂 .
Oder in der Wäscherei: Als wir vor ein paar Tagen unsere Wäsche abgeben wollten, mussten wir mal wieder einen Namen angeben. Unsere Wahl fällt inzwischen immer auf Magdalena, weil Harald einfach zu schwierig ist. Beim Abholen der Wäsche war dann erst mal kurz Chaos angesagt, weil es angeblich keine fertige Wäsche auf Magdalena gab. Nach ein wenig Recherche und Rumdiskutieren hat sich herausgestellt, dass Magdalena auf wundersame Weise zu Natalina geworden ist. Bei der nächsten Wäsche wollten wir besonders schlau sein und haben die Schmutzwäsche in der Tüte abgegeben auf der noch der Name Natalina stand. Zurück kam die Wäsche diesmal unter dem Namen Latinia. Leider waren wir nicht mehr lang genug in Mancora um die Evolution von Magdas Namen weiter zu verfolgen…

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Peru 2 – Andentrekking à la Huayhuash

Die gute Nachricht zuerst: Ich habe beim Trekking nicht wieder abgenommen!! Das verdanke ich unserem Koch Benjamin … aber immer schön der Reihe nach.

Trekking in den Anden unterscheidet sich doch sehr vom Trekking in Nepal. Naja, vielleicht bis auf die Anfahrt…. fünf Stunden ins Nirgendwo mit einem Minibus durch tiefe Andentäler auf Schotterpisten. Déjà-vu. Aber dann enden die Gemeinsamkeiten definitiv. Unsere Gruppe bestand aus sechs Wanderern (drei Deutsche und drei Israelis), unserem Guide Viktor, unserem Koch Benjamin, dem donkey driver Saddan, acht Eseln, einem rescue horse (mit dem Namen Pilsen), fünf Zelten, jede Menge Kisten und … 100 Eier (dazu später mehr). Ein ganz schöne Materialschlacht morgens beim Zusammenpacken und abends beim Auspacken. Aber das Campen hat auch definitiv seinen Charme. Wenn man mit seinen Eseln und der Ausrüstung so autark durch die Berge zieht und in sieben Tagen gerade mal ein Dorf streift, dann fühlt man sich viel mehr als Teil der Natur – mit all seinen Vor- und Nachteilen. Speziell morgens gegen 5.30Uhr hat es teilweise recht viel Überwindung gekostet sich aus seinem Schlafsack mit Komortzone bis -10°C zu pellen, während das Zelt außen noch mit einer Raureifschicht bedeckt war. Aber auch die Temperaturwechsel am Nachmittag hatten es in sich. Während wir um 15.30Uhr meist noch in kurzer Hose und T-Shirt in der Sonne saßen, waren um 17Uhr schon mindestens vier Lagen mit Fleece und Daunenjacke angesagt um nicht zu frieren. Da fiebert man der heißen Suppe beim Abendessen regelrecht entgegen und spätestens um 20.00Uhr waren alle in ihrem warmen Schlafsack. Aber wer eben auf die Idee kommt sich länger im (wenn auch tropischen) Hochgebirge auf über 4000m aufzuhalten, der entwickelt bezüglich dem Temperaturempfinden einen gewisse Leidensfähigkeit 🙂 . Ein kleines Bonbon waren da die hot springs an unserer vierten Campsite. Nachdem die Tage zuvor meist nur Katzenwäsche in kalten Bergseen angesagt war, genießt man es doppelt sich im heißen Wasser zu räkeln  – Bergpanorama inklusive.

Und landschaftlich? Beeindruckend!! Ich habe auf so engem Raum noch nie soviele Farben und alpine Highlights gesehen. Aber warum sich in Formulierungen verlieren: Die Fotos sind da wesentlich aussagekräftiger!

Wie versprochen nochmal zurück zu den 100 Eiern. Als diese am ersten Tag aus dem Bus ausgeladen wurden waren wir schon skeptisch. Eier auf einem Esel transportieren? Und wer soll die alle essen? Ersteres funktioniert erstaunlich gut – es gab meines Wissens so gut wie keine Kollateralschäden. Die kulinarische Vernichtung der Eier: ausbaufähig! Die Israelis haben sich früh nicht unbedingt als Eierliebhaber geoutet, teilweise waren sie auch einfach ein wenig „gschleggig“ (schwäbisch: wählerisch). Und Camilla, die weitere Deutsche, war auch nicht unbedingt ein Eierfreund. Wobei sich Eier doch so universell einsetzen lassen: Rührei, Spiegelei, Omelett, Pfannkuchen, gekochte Eier zum Mittagessen, gestocktes Ei in der Suppe… But finally we did it, auch wenn Magda und ich teilweise auf bis zu sechs Eier am Tag gekommen sind 🙂 .
Mit Essen wurde generell nicht gegeizt. Neben einem ausgiebigen Frühstück – natürlich meist mit Eiern – gab es noch ein Snackpaket, welches aber nur bis zum Mittagessen reichen musste. Nach dem Mittagessen und der erfolgreichen Bewältigung der Tagesetappe wurde dann noch einen Nachmittagssnack aufgetischt. Und abgeschlossen wurde die Essorgie durch ein dreigängiges Abendessen mit Suppe, Hauptspeise und Nachtisch. Wer jetzt der Meinung ist wir hätten vor lauter Essen die körperlich Aktivität vergessen… am folgenden Höhenprofil kann man durchaus erkennen, dass wir uns unser Essen auch verdient haben.

Campsite 1 (CS1) 4180m – Pass 1 (P1) 4700m – 4300m – P2 4630m – CS2 4140m – P3 4830m – CS3 4300m – P4 4800m – CS4 4300m – P5 4950m – 4500m – P6 5020m – CS5 4400m – 3500m – P7 4500m – CS6 4500m – P8 4800m – 4400m – P9 4800m – CS7 4050m – P10 4700m – Ende 3900m
–> verteilt auf 115km – also 16-17km am Tag

Ich möchte an dieser Stelle mal eine Lanze fürs Wandern alias Trekking brechen. Ich war auch lange der Meinung, dass Wandern irgendwie spießig ist. Aber nach mehreren Mehrtagestouren in den Alpen, im Himalaya und in den Anden kann ich nur jedem nahelegen es einfach mal auszuprobieren. Man bekommt unglaublich effektiv den Kopf  frei – ist in kürzester Zeit in ein ganz anderen Welt – und kommt in Regionen, welche sich meist deutlich (im positiven Sinn) von Tageswanderungszielen abheben. Körperlich muss man auch kein Hochleistungssportler sein: Jeder läuft sein Tempo frei nach dem Motto „Langsam, aber kontinuierlich“. Ein bisschen Leidensfähigkeit gehört an der ein oder anderen Steigung natürlich auch dazu 😉 .

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Peru 1 – Lima und Huaraz

Liebe Zuhausegebliebenen,

da mein Freund immer noch lieber in den Ländern der Welt verweilt, anstatt im beschaulichen Weiherfeld mit mir den Frühlingsbeginn zu bestaunen, blieb mir keine andere Wahl als nach bestandener Psychotherapieprüfung eine kleine Reise nach Lima anzutreten, um ihn aus seiner „Kubakrise“ zu befreien. Zugegeben, mein Schicksal hätte fataler verlaufen können. Die Hauptstadt von Peru hat uns unser Wiedersehen sehr leicht gemacht. Zum einen wird dort erstaunlich gutes Essen serviert – was wir gleich am ersten Tag, auf Plastikstühlen an der Straße sitzend, mehr durch lächeln und gestikulieren als durch profane Spanischkenntnisse orderten. Die peruanische Fusionsküche ist dabei beeinflusst durch spanische, andine, chinesische und afrikanische Gerichte. Mit umgerechnet 2 Euro für Vorspeise, Getränk und Hauptgang lassen sich die Peruaner was das Preisleistungsverhältnis angeht wahrlich nicht lumpen. Und trotz waghalsig wechselnder Lokalitäten und Gerichte die wir verkosteten, haben wir es nicht geschafft etwas zu verspeisen was nicht „buenisimo“ war. Darüber hinaus haben wir uns in Lima einfach gemütlich verschiedenen „Free Walking Tours“ angeschlossen, bei denen Einheimische das eigene Viertel präsentieren und man zugleich in den Geschmack lokaler Köstlichkeiten wie Pisco Sour (Nationalgetränk) und Kaffee und Schoki (made in Peru) kommt. Reisen nach Magdalenas Geschmack! Die geführten Touren sind eine authentische Möglichkeit die jeweilige Gegend kennenzulernen, wenig selbst zu denken bzw. zu planen und ganz nebenbei noch die lokalen Preise für beispielsweise Busfahren (1Sol = 30Cent) kennenzulernen.

Die entspannten und genussreichen Tage in Lima haben wir dann auch genutzt um weitere Pläne für Peru zu schmieden. Was dabei heraus kam ist, dass wir vor unseren Kitesurf-Plänen noch ein wenig wandern gehen (Neudeutsch: Trekking). Kurzentschlossen sind wir von Meeresspiegelniveau in Lima auf 3030 Meter nach Huaraz in einer schnieken 8 Stunden Nachtbusfahrt getuckert. Hier haben wir die bisherigen Tage zu Akklimatisierung und für einige Tagestouren genutzt. Dabei fallen dem multifunktionsausgerüsteten Deutschen doch einige Kuriositäten auf. Wusstet ihr beispielsweise, dass man die 800 Höhenmeter zu einem 4700 Meter hohen Bergsee auch getrost in weißen Ballerinas laufen kann? Oder, dass man sein Tablet zu eben jenem See am besten vorne in die Hose gesteckt den Berg hochschleppt? Dass Smartphones ins Dekolleté gehören versteht sich ja von selbst! Und mein persönlicher Favorit bei den Mitwandernden war der junge Perunaer in Flanellhose mit Bärchen und Sternchen darauf.
Irgendwie fühlte ich mich bei den gewählten Outfits gleichzeitig fasziniert (Bärchenflanellhose = wie cool ist das denn?) und entsetzt (Hochgebirge = kann gefährlich werden). Die nicht bergigen unter euch sollten sich dabei zum Vergleich den Mont Blanc, als einen der höchsten Berge Europas mit 4800 Meter, vorstellen.

Nun steht uns ein achttägiges Abendteuer in den Anden bevor mit Guide, Packesel, Zelt, pittoreskem Bergpanorama und allem was das Trekkingherz so begehrt. Das Ganze nennt sich: Huayhuash (ausgesprochen eher: Waiwosch).
In ein paar Wochen mit Netz und Zivilisation, dann wieder mehr von uns.

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Kuba 2 – Aufs und abs

Eine schwere Geburt, dieser Blogeintrag. Und das liegt nicht daran, dass es nichts zu berichten gibt. Vielmehr hat mich soviel beschäftigt, dass ich immer wieder kürzen und aussortieren musste.

Die erste Woche in Kuba war nicht immer einfach. Auf der einen Seite hatte ich in Trinidad und Cienfuegos eine sehr entspannte Zeit mit Christian, einem Freund aus Ulm, der auch gerade zufällig in Kuba war. Auf der anderen Seite habe ich mich einfach zuviel geärgert – ich bin mir zu häufig wie eine Melkkuh vorgekommen. Man durfte sein Gepäck zum Beispiel nicht selber zum Bus bringen, sondern musste es kurz vor dem Bus, mit einem sehr deutlichen (und nicht immer freundlichen) Hinweis auf die Trinkgeldkasse, „einchecken“. In Cienfuegos waren die Angestellten der Busgesellschaft noch dreister: Dort haben sie sich einfach Agency genannt und haben dann sogar Fixpreise fürs Einchecken verlangt. Beim Toilettenstopp wurde natürlich auch Trinkgeld eingefordert – komischerweise hat die Toilette im Bus bisher noch nie funktioniert – und das Gepäck durfte man auch nicht wieder selber aus dem Bus entladen. Auch hier gab es natürlich eine Trinkgeldkasse. Immer und überall wird abkassiert. Verstärkt wird das Melkkuh-Gefühl noch durch die Tatsache, dass es zwei Währungen in Kuba gibt: Eine für Touristen und Luxusartikel (Pesos convertibles, kurz CUC) und eine für die Kubaner (Pesos nationales, kurz CUP). Und zwischen den beiden Währungen stimmt die Relation einfach nicht: Für einen Kaffee an einem Straßenstand bezahlt ein Kubaner 1CUP (= 0,04CUC = 0,04€), ein Tourist bezahlt mindestens 1CUC (= 1€ ) für einen Kaffee – das 25fache! Generell sind durch Tourismus und CUC jegliche Relationen in Kuba verloren gegangen. Ein ausgebildeter Arzt verdient hier rund 60CUC (60€) im Monat, eine einfaches Zimmer kostet schon 20-40CUC pro Nacht, ein Abendessen mit Getränk 8-15CUC und selbst der Parkplatzwächter verlangt für das Abstellen von zwei rostigen, alten Fahrrädern 1CUC. Nicht umsonst meinte Rafael in Havanna: Es gibt drei Bevölkerungsschichten in Kuba. Die Oberschicht gehört zum Umfeld der Regierung, die Mittelschicht verdient am Tourismus und der Rest ist die Unterschicht. Zu dieser Unterschicht gehören auch speziell die Gutausbildeten, wie Ärzte, Lehrer und Ingenieure. Die sind finanziell ans Ende der Gesellschaft gerutscht, weil sie kaum in Kontakt mit dem Tourismus kommen. Einfache Hotelangestellte (z.B. Zimmermädchen) verdienen durch das Trinkgeld von Gästen meist ein Vielfaches.
Und ich kann die Kubaner ja verstehen – wahrscheinlich würde ich auch alles mitnehmen was geht. Solange es busseweis Touristen gibt (und es werden von Jahr zu Jahr mehr), die ohne mit der Wimper zu zucken alles bezahlen („Wir sind ja im Urlaub…“ oder „Oh, die armen Kubaner…“), funktioniert das System ja bestens. Aber ich bin gespannt, wo das hinführt – die Spannungen in der Gesellschaft werden auf jeden Fall zunehmen. Alle können nicht im Tourismus tätig sein…
Und die Regierung? El Presidente Raul Castro hat er gestern in einem Interview bestätigt, dass die jüngsten Bemühungen der Regierung hinsichtlich der Doppelwährung gescheitert sind – aus bürokratischen Gründen 🙂 .

Die zweite Woche hat mich deutlich milder gestimmt (Ist das schon die Altersmilde??). Ich scheine mich rückblickend in den ersten Tagen auch im Epizentrum der Touriabzocke aufgehalten zu haben. Ja, ich schüttel immer noch den Kopf, wenn zum gefühlten 100sten Mal „Guantanamera“ oder „Buena Vista Social Club“ gespielt wird – als hätte Kuba nichts anderes zu bieten. Und ich versuche Wucherer immer noch zu umgehen beziehungsweise Trinkgeld nur dann zu geben, wenn auch eine wirkliche Leistung dahinter steckt. Aber ich ärgere mich nicht mehr darüber 🙂 . Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Varadero am Strand und in Viñales mit zwei längeren Fahrradtouren. Viñales im Westen der Insel ist auch definitiv mein landschaftliches Highlight. Zum Glück habe ich nach den ersten Erfahrungen in Havanna noch sehr liebenswerte Kubaner kennengelernt, die trotz Sprachbarriere immer sehr bemüht waren einem weiterzuhelfen. Aber wer Kuba richtig verstehen und erleben will, der sollte aus meiner Sicht Spanisch sprechen.

Nichtsdestotrotz war es eine spannende Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte – auch weil ich mich immer wieder selbst hinterfragen musste. Dieses sozialistische Land im Wandel zu erleben ist eine wahrscheinlich einmalige Möglichkeit und keiner weiß was die kommenden Jahre bringen. Das ist auch der Grund, warum Touristen aus aller Welt Kuba gerade die Bude einrennen. Und ja, ich bin auch einer davon.

Wer sich wundert, dass dieses Mal überdurchschnittlich viele Personen auf meinen Bildern zu sehen und auch Schwarzweiß-Aufnahmen dabei sind. Man muss sich ja auch weiterentwickeln und kann nicht immer nur Landschaftsbilder machen 🙂 .
Und die rosa Bademänteln auf der Dachterrasse… Das war unsere bevorzugte „Chillout Zone“ über den Dächern von Trinidad, in welcher Christian und ich jeden Abend pünktlich zum Sonnenuntergang bei einem kalten Bier den Tag haben ausklingen lassen. Die Bademäntel hatten wir natürlich jeden Abend an 😉 …

Eine letzte Sache muss ich noch loswerden: Wer zum Teufel hat eigentlich die coolen Kühlerfiguren abgeschafft?!? Auch wenn man sich in Kuba nie sicher sein kann, ob die Figur auch wirklich zum jeweiligen Modell gehört… 🙂

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